Technischer Standard für Hersteller von permanenten Verankerungen in der Höhe
Die europäische Norm UNI EN 17235:2024 ist die maßgebliche technische Referenz für die Bewertung von Verankerungsvorrichtungen und Sicherheitshaken, die dauerhaft an Gebäuden und Bauwerken befestigt werden. Diese Systeme sind so konzipiert, dass sie in die tragende Konstruktion oder die Dachdeckung integriert werden, um Stürze aus der Höhe im Innen- und Außenbereich zu verhindern und aufzufangen.
Im Gegensatz zu früheren Normen bewertet diese Norm die Vorrichtungen nicht als einzelne Komponenten, sondern als komplette Systeme, die auch das spezifische Befestigungssystem für die jeweilige Art der tragenden Konstruktion (Beton, Holz, Stahl usw.) enthalten müssen.
Die Norm klassifiziert Auffangsysteme in vier spezifische Sets und definiert deren Tragfähigkeiten und Konfigurationen:
Set A (Einzelankervorrichtung): Dies ist der klassische stationäre Punktanker. Dieses System ist geprüft und zertifiziert, um einen oder zwei Anwender gleichzeitig zu schützen.
Erstmals können fest installierte Anker die CE-Kennzeichnung erhalten. Dies bedeutet:
Einheitliche Kriterien in ganz Europa
Höhere Zuverlässigkeit bei der Produktauswahl
Freier Verkehr auf dem europäischen Markt
Achtung:Die Norm ist nicht rückwirkend: Bereits installierte Systeme müssen nicht angepasst werden.
Harmonisierungsdatum: 9. Februar 2025
Ende der Übergangsfrist: 9. August 2027
Die Norm führt Leistungsklassen basierend auf der Anzahl der Bediener ein:
Mehr Benutzer = höhere Belastungen = strengere Anforderungen. Es geht nicht mehr nur darum, das Produkt auszuwählen, sondern die richtige Klasse für den jeweiligen Anwendungsfall.
Um auf den Markt zu gelangen, müssen die Bausätze strenge physikalische Tests bestehen, die die häufigsten Anwendungsfälle simulieren. Kritische Belastungen (z. B. unterschiedliche Belastungsrichtungen oder maximale Benutzeranzahl) werden direkt auf Modelldächern oder repräsentativen Strukturen getestet.
Dynamische Tests (Fallsimulation): Das System muss die Energie absorbieren, die durch den Fall einer 100 kg schweren starren Masse entsteht, die so positioniert ist, dass sie eine Aufprallkraft von 9 kN erzeugt. Bei Mehrbenutzersystemen wird der Test wiederholt, indem nacheinander weitere Massen freigegeben werden, während die vorherigen in der Luft hängen bleiben. Dies simuliert den gleichzeitigen Sturz mehrerer Personen.
Die Norm behandelt auch den Lebenszyklus des Produkts und seine Auswirkungen auf das Gebäude:
Korrosionsbeständigkeit: Die Komponenten müssen den Witterungseinflüssen über die Zeit standhalten. Materialien wie Edelstahl, Aluminium, feuerverzinkter Stahl und spezielle organische Beschichtungen oder Schutzanstriche sind zulässig, um eine jahrzehntelange Lebensdauer zu gewährleisten.
Hersteller sind verpflichtet, eine strenge Werkseigene Produktionskontrolle (FPC) einzurichten. Diese umfasst die kontinuierliche Prüfung der eingehenden Materialien, die Kalibrierung der Geräte und die vollständige Rückverfolgbarkeit der gefertigten Komponenten. So wird sichergestellt, dass jeder verkaufte Anker oder Haken die gleiche lebensrettende Leistung wie das im Labor getestete Muster bietet. Die Überwachung durch benannte Stellen erfolgt fortlaufend und beinhaltet jährliche Audits und Stichprobenprüfungen direkt im Werk.
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